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STYLING AND EXPERIMENTAL CARS

Sonntag, 10. Februar 2013

GRAND PRIX

Dienstag, 30. Oktober 2012

ROADRUNNERS PARADISE & RACE 61

Samstag, 01. September 2012

Text: Alexandra Lier / Jens-Peter Mollenhauer

Bilder: Alexandra Lier / Jannes Frase / Mel Höhnk

Es gibt ein Festival in Deutschland, dass ich seit nunmehr fünf Jahren jedes Jahr besuche und vom dem ich sehr begeistert bin. Das Roadrunners Paradies & Race 61 Festival in Finowfurt. Die Berichte häufen sich von Jahr zu Jahr, nur keiner hat bisher beschrieben, wer dahinter steckt und wie wurde es zu dem wurde was es heute ist.

Also habe ich mich mit den Gründern Fred und Markus im Roadrunners Club Berlin getroffen und bei dem einen oder anderen Getränk über die alten Zeiten geplaudert.

Fangen wir erst mal mit Freds unglaublicher Geschichte an, in den Verlauf sich ihre beiden Wege irgendwann kreuzten. Fred ist in der DDR, genauer in der Uckermark (Brandenburg), aufgewachsen und war als junger Mann in seiner Gegend als der Typ mit der Indian bekannt. Ein uramerikanisches Motorrad in der DDR. Bilder von damals beweisen das, denn irgendwie passt das auf den ersten Blick so gar nicht zusammen. Fred erklärte uns jedoch, dass es natürlich eine Zeit vor der DDR gab. Bis in die späten 30’er Jahre gab es auch im Deutschen Reich Händler, die Indians  verkauften. Es musste also auch Jahre später, nachdem die Regierung der DDR das Land und seine Bewohner vom Westen abgeschottet hatte, noch irgendwo Indians geben – man muss sie nur finden. Da Fred mit Punks und Motorrad-Jungs rum hängt, hat er Ahnung vom Schrauben und schon lange den Traum eine Indian zu fahren. Fred war bereits stolzer Besitzer einer BWM. Dann hatte er von diesem Scheunenfund gehört und ist sofort dahin gebraust. Sie liegt bei 800 DDR-Mark. Unbezahlbar, aber nicht unmöglich. Es war klar, die muss es sein! Leider wollte der Eigentümer 850 Ost-Mark, die er nicht hatte. Kurzerhand verkaufte er die BMW für 650 Mark und lieh sich fehlenden 200. Ne‘ Stange Geld, aber es führte kein Weg drum herum. 1973 war es dann endlich soweit, er ist stolzer Besitzer einer nicht-fahrbereiten Indian und seine treu, fahrbereite BMW, war weg. Zum Glück fand er schnell einen 1200 Chiefmotor, mit dem er sein Traummotorrad zum neuen Leben erweckte. Soweit so gut, aber wie nun kommt es dazu, dass dieser Typ mit der Indian zu Zeiten des kalten Krieges Markus in West-Berlin trifft? Ganz einfach: Durch eine Musikerin aus Amerika, die eine Platte in Berlin aufnimmt, die in Kalifornien selbst eine Indian fährt und irgendwie von dem Typ mit der Indian im Osten erfährt. Sie lässt sie es sich nicht nehmen, nach Ost-Berlin zu reisen, um diesen Fred kennen zu lernen. Das Märchen will es, dass es sich beide Hals über Kopf ineinander verlieben, sie heiraten und er mit ihr nach Kalifornien ziehen darf. Als er irgendwann wieder zurückkommt, dann nicht mehr sooo verliebt, geht er nach West-Berlin und arbeitete für Timmermann und wird zum Indien Master. Zu der Zeit besitzt er eine 1947 und eine 1938 Indian Chief.

Und jetzt zu Markus. Er ist ursprünglich aus Münster,  fährt eine XT500 und spielt Saxophon in einer Band. Nach dem Auftritt auf dem legendären „Genialen Dilettanten Festival“ im Tempodrom 1981, gefällt im West-Berlin so gut, dass er sich direkt dort niederlässt. Dort kaufte er sich eine Mico und lässt es beim Motocross in den umliegenden Gegenden ordentlich krachen. Er eröffnete den Laden „Sojos Classic Leather“ in Kreuzberg, der in kürzester Zeit zum Geheimtipp für beste Motorradkluft avancierte. So um 1986 cruisen die beide mit ansehnlichen, alten  Motorrädern durch Berlin – Fred auf seiner 1937 Indian Chief, Markus auf seiner Triumph Tiger. Man fährt im Pulk von 10-12 Bikes durchs nächtliche Berlin und hängt viel im „Wiener Blut“ ab. Cafe Race ist on! Im Sommer 1991 geht es dann gemeinsam nach Sylt zu einem Motorradtreffen vom Classic Cycle Shop. Die Begeisterung ist so groß, dass die Gang sich entschließt im nächsten Jahr auch etwas zu organisieren – nur in der Nähe von Berlin. 1992 ist es dann soweit, das erste „Bike Festival“ findet in Müncheberg bei Berlin auf einem alten Militärgelände statt. Ein Event zu dem rund 15‘000! Leute kommen sollten. Mehr oder weniger überrascht, selbst kräftig mitfeiernd, machten die Partner alles falsch was man nur falsch machen kann, hatten Riesen-Spaß und Riesen-Ärger -`ne Art Woodstock mit Bikes. Ein Event von dem diejenigen, die dabei waren, heute noch schwärmen.

1996 dann das erste Treffen unter dem Namen Roadrunners Paradies in Ahlimbsmühle in der Schorfheide. Ungefähr 400 Leute waren da, Bands haben gespielt. Das ganze viel zu fett aufgefahren, neun Bands und mehrere DJ´s. Ein Biker Treffen mit einer Menge „Stupid Biker Games“, vom „Sojos Black Leather Race“, bei dem 2 Fahrer gegeneinander antreten, wer als erstes eine Lederjacke schnappt bis zum „Slow Race“, bei dem der verliert, der beim langsamfahren als Erster den Fuß aufsetzt.

Von 1997 – 2001 gab es jährlich jeweils drei Partys. Ein Season Open-, ein Sommer- und ein Season End- Festival. Dabei ging es immer nur darum, ne geile Party zu machen und gleichgesinnte Freigeister zusammen zu bringen. Vom Biker bis zum Hippie – alle hatten Spaß. Die Bikes setzten sich aus alten Maschinen zusammen, hauptsächlich Indians und English Bikes wie Norton, Triumph und BSA sowie ein paar BMWs. Aus Sympathie kam dann immer mehr Fahrer mit Ami-Cars vorbei, die natürlich auch herzlich willkommen waren.

Von 2001 an ging es dann zur Fährkrug Location. Das Ganze dann nur noch ein mal im Jahr. Und dann verfestigte sich die schon lange schwelende Idee auch Rennen zu veranstalten. Fred und Markus begaben sich auf die Suche nach einer passenden Location und wurden im alten Flughafen von Finowfurt fündig. Nicht nur die Strecke begeistert die beiden, die ganze Location mit den alten Flugzeugen und Hangars ist einfach phantastisch. Zum Glück findet sich auch im Direktor des Flughafenmuseums Finowfurt ein echter Befürworter des „Roadrunners Paradies“.

2002 findet dann das erste „Roadrunners Paradies & Race 61 Festival“ in Finowfurt statt. Ungefähr 400 Leute mit Motorrädern und Autos kamen zum ersten Rennen. Seitdem wächst und verändert sich das Festival von Jahr zu Jahr. Es bietet Live Bands, Marktstände, Essen, Kunst, Carshow, die Möglichkeit unter Flugzeugen des Luftfahrtmuseums zu Campen und natürlich das Rennen. Der „Starter Girl Contest wurde 2004 ins Leben gerufen. Seit 2006 ist Harry Brack dabei und verantwortet den Style in der Außendarstellung. Die „Wall of Death“, ist seit 2010 ein fester Bestandteil. Die „Demon Drome“-Familie kommt dafür jedes Jahr von der Insel mit Sack und Pack bzw. 30’er Jahre Steilwand und Bikes angereist. 2011 wurde das „Airfield Casino“ eröffnet in dem jetzt jeden Monat eine coole Veranstaltung stattfinden soll.

Alex: Da bleibt noch die Frage, was kommt als nächstes?

Fred & Markus: Die Stimmung soll erhalten bleiben, trotz der Größe des Festivals. Europa ist eingeladen dabei zu sein. Das Festival soll immer Politisch korrekt bleiben und wir hoffen natürlich, das die 18 Jährigen kommen und sich inspirieren lassen, Autos schrauben und den Kult weiter leben. Das ganze soll Generations übergreifend sein und auch Szene übergreifend.

Alex: Fred was bedeutet Träume Wagen für dich?

Fred: Oldtimer fahren, Leistung im Überfluss und Komfort pur mit Spaß. Die Frauen lieben dich und wenn sie den Sound hören geben sie auf.

Markus: Sachen aus Leidenschaft umsetzen. Verbrennungsmotoren gehören dazu, sie sind schwachsinnig schön.

Alex: Fred, seit wann hast du den Roadrunners Roll and Motor Club?

Fred: Seit 2005.

Alex: Was war deine schnellste Zeit beim Race 61?

Fred: 8,9 auf der 1/8 Meile mit meiner Indien.

Zum Casting für das Starter Girl kann man sich bewerben. Info auf www.racesixtyone.com

28 April Season Open Party im Airfield Casino mit Stupid Games und Race. www.racesixtyone.com

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Donnerstag, 09. Februar 2012

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Mittwoch, 30. November 2011

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